Ein besonderes Leben

Makro von Zündhölzern, die Feuer fangen

Text: Therese Studinger, Bild: Ausschnitt aus Macro Fire von Wendelin Jacober, Public Domain

Die Besucherinnen und Besucher der Gemeindebibliothek Dulliken kamen Mitte September in den Genuss eines ganz speziellen Anlasses. Frau Joy Matter, Ehefrau des verstorbenen Mani Matter, erzählte und las aus Mani Matters Werken. Sie tat dies erstmals überhaupt, was natürlich für unsere Bibliothek eine besondere Ehre war. Frau Matter ist eine beeindruckende Dame mit einer wohlklingenden, klaren Stimme. Mit Mani Matters Versen und Geschichten, im schönsten Berndeutsch vorgetragen, verstand sie es ausgezeichnet das Publikum zu begeistern.

Mani Matter lebte von 1936 bis 1972, wurde also nur 36 Jahre alt und erlebte in seiner Kindheit noch den Krieg und die schwierige Nachkriegszeit. Er begann jung zu schreiben und hinterliess nach seinem Unfalltod ein Büro mit unzähligen Zetteln mit Aufzeichnungen von Gedanken, Gedichten und politischen Meinungen. Frau Matter musste sich zu jenem Zeitpunkt um Familie und Beruf kümmern. Viele der Aufzeichnungen blieben einige Jahre ungenutzt und wurden erst später mit Hilfe der Töchter, mit Freunden und dem schweizerischen Literaturarchiv gesichtet und geordnet, teilweise auch publiziert. «Einisch nach emene grosse Gwitter» oder «Was kann einer allein gegen Zen Buddhisten» sind Werke, die Joy Matter zusammengestellt und veröffentlicht hat. 2006 schenkte Joy Matter das literarische Vermächtnis von Mani Matter dem schweizerischen Literaturarchiv.

Joy Matter hatte sich auf diesen Erzählabend in der Gemeindebibliothek sehr genau und überlegt vorbereitet und konnte so dem Publikum einen wertvollen Einblick in das literarische Schaffen von Mani Matter ausserhalb der allen bekannten Chansons geben.

Ursula Bolliger, Mitglied der Kultur- und Bibliothekskommission, liess sich von den Texten aus «Was kann einer allein gegen Zen Buddhisten» inspirieren und vertonte einige davon. Zum Abschluss des Abends gab sie, sehr zum Gefallen des zahlreichen Publikums, zwei dieser Lieder zum Besten. Vielen Dank! Quelle: Eusi Gmein - Eusi Schuel Nr. 4 / 2019