Wolf und Luchs in der Schweiz – mit Fokus auf den Solothurner Jura

junger Luchs steht vor seiner Mutter

Text: Therese Studinger, Bild: Ausschnitt aus dem Foto Kira von Harald Deischinger, CC BY 2.0

Wildtiere in der Schweiz, Luchse und Wölfe, waren das Thema eines Vortrages Ende Oktober in der Gemeindebibliothek. Die Referentin Manuela von Arx ist Biologin und arbeitet bei KORA Schweiz. Diese Stiftung gibt es seit 1996, sie nimmt das Mandat des Bundesamt für Umwelt zur Überwachung von Grossraubtieren wahr. KORA erforscht die Lebensweise der Raubtiere und überwacht die Entwicklung ihrer Populationen. Sie erarbeitet Grundlagen für ein konfliktarmes Zusammenleben von grossen Raubtieren in unserer modernen Kulturlandschaft. Mittels Fotofallen und Monitoring kann die Stiftung ziemlich genau sagen, wie viele Wolfsrudel und Luchse in der Schweiz ansässig sind. Luchse sind Einzelgänger und brauchen grosse Territorien, in der Schweiz geht man von ungefähr 230 Tieren aus. Interessantes Detail: alle Luchse und Wolfsrudel sind registriert und haben eine Nummer.

Um 1900 waren in der Schweiz alle Grossraubtiere und wilden Huftiere ausser Gämse und Reh praktisch ausgestorben. Gründe waren die Abholzung der Wälder, die intensive Jagd, wie auch die Zunahme von Nutztieren. Durch Aufforstung entstanden wieder Wälder, und ab 1960 kamen die Raubtiere zurück, durch Auswilderung beim Luchs, durch Einwanderung von Italien her beim Wolf. Luchs, Wolf und Bär kehren heute aber nicht in eine Wildnis zurück, sondern in eine vom Mensch dominierte Landschaft mit vielfältigen Ansprüchen verschiedener Nutzer. Das kann Konflikte auslösen, auch wenn Grossraubtiere grundsätzlich durch das Jagdgesetz geschützt sind.

An diesem Vortrag konnten die Besucherinnen und Besucher viel Wissenswertes über unsere Wildtiere erfahren. Quelle: Eusi Gmein - Eusi Schuel Nr. 1 / März 2020