Vortrag «Was macht unseren Bienen das Leben schwer?» mit Marcel Strub


von Therese Studinger

Ende Januar war der Bienenexperte Marcel Strub, Leiter der Fachstelle Bienen am Bildungszentrum Wallierhof, zu Gast in der Gemeindebibliothek. Seit dem Film „more than honey“ ist das Bienenproblem bekannter geworden und es gibt eine bessere öffentliche Wahrnehmung. In diesem Winter sind bereits sehr viele Verluste bei den Bienenvölkern zu verzeichnen, ein nasser, kalter Sommer und ein viel zu milder Winteranfang führten zu einem starken Anstieg der Varroa- Milben. Herr Strub zeigte in seinem Vortrag die grosse Problematik um das Bienensterben auf und gab Ratschläge, wie auch wir mit unserem Verhalten positiv auf das Bienenleben einwirken können.

Seit 90 Millionen Jahren gibt es Bienen, sie haben Eiszeiten überlebt, in den letzten 30 Jahren brachte es aber der Mensch fertig, die Bienen zu gefährden. Der Hauptfeind der Biene ist der Mensch. Wohlstand, Globalisierung, Varroa- Milben, Viren, intensive Landwirtschaft, Pflanzenschutzmittel, einseitiges und mangelndes Nahrungsangebot sind Hauptgründe für das Bienensterben.

Die Varroa- Milbe ist eine eingeschleppte Milbe, 1.2 mm gross. Sie sticht die Biene an und saugt Blut. Nach mehreren Stichen kann die Biene sterben. Die Klimaveränderung führt dazu, dass Pflanzen früher blühen, bevor die Bienen bereit sind. Viele grüne Wiesen führen zu Nahrungsknappheit für die Bienen. Billige Lebensmittel sind meistens am wenigsten bienenfreundlich produziert, deshalb ermunterte Herr Strub das Publikum, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und die Lebensmittel saisongerecht und aus der Region einzukaufen. Auch das Anpflanzen und Aussähen von Blumen in Beeten, Rabatten und auf Balkonen, sowie das Pflanzen von Sträuchern und Bäumen sind kleine Massnahmen mit grosser Wirkung. Die Gäste waren sehr interessiert am Thema Bienen und stellten viele Fragen, die Herr Strub kompetent und mit grossem Fachwissen beantworten konnte.


Quelle: Eusi Gmein-Eusi Schuel Nr. 1 / 2015