Wie die Vögel diese unglaubliche Leistung erbringen

Vortrag mit Christoph Meier, Vogelwarte Sempach

Hirundo rustica barn swallows von xulescu_g. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Text: Therese Studinger. Bild: xulescu_g cc2

Im September 2016 fand in der Bibliothek – passend zur Jahreszeit – ein Vortrag über Zugvögel statt. Referent war Dr. Christoph Meier von der Vogelwarte Sempach. Die Vogelwarte Sempach ist eine gemeinnützige Stiftung. Ihre Ziele sind forschen, schützen und informieren. Christof Meier ist vor allem in der Forschung tätig und erklärte an vielen Beispielen die unglaubliche Flugleistung der Zugvögel. Distanzrekordhalterin bei den Zugvögeln ist eine weibliche Pfuhlschnepfe. Sie absolvierte einen 11'500 Kilometer langen Nonstop-Flug von Alaska nach Neuseeland. Der Vogel war wie andere mit einem Sender ausgestattet.

Als Vogelzug bezeichnet man den alljährlichen Flug der Zugvögel von ihren Brutgebieten zu ihren Winterquartieren und wieder zurück. Jährlich sind weltweit schätzungsweise 50 Milliarden Zugvögel unterwegs, davon etwa fünf Milliarden zwischen Europa und Afrika.

Viele Zugvögel pendeln zwischen ihren Brutgebieten in Mitteleuropa und dem wärmeren Südeuropa oder Nordafrika, wo sie sich im Winter aufhalten. Andere wechseln zwischen Europa und Zentralafrika oder Südafrika. Einige Vogelarten ziehen aus Skandinavien oder Sibirien nach Mitteleuropa. Viele arktische Wasservögel überwintern am Niederrhein und an der Nordseeküste. Den Vogelzug kennt man aber auf der ganzen Welt. Der größte Teil des Vogelzugs geschieht nachts, das konnte mit Hilfe von Radar-Ortungen nachgewiesen werden.

Ursache für den Vogelzug ist das Nahrungsangebot, im Sommer ist es in Europa warm und es hat viel Futter, im Winter ist in Afrika die Regenzeit. Die Vögel navigieren auf dem Weg mit Hilfe von Sonne, Sternen, Magnetfeld und Himmel.

Es war ein sehr interessanter Vortrag und Herr Meier verstand es, das Publikum mit seinem Fachwissen zu begeistern. Quelle: Eusi Gmein - Eusi Schuel Nr. 4 / 2016