«Blas mer id Schueh» Redensarten und ihre Geschichten

Bank mit Sprichwort auf der Lehne

Text: Therese Studinger. Bild: luzifair cc by-sa 2.0, cropped

Der erste Gast bei den kulturellen Anlässen in der Gemeindebibliothek war 2017 Christian Schmid, bekannt aus der Radiosendung «Schnabelweid». Christian Schmid konnte ein grosses Publikum in die Bibliothek locken, sein Thema «Redensarten und ihre Bedeutung» interessiert und gibt Anlass zu vielen Fragen.

Dr. phil. Christian Schmid hat Germanistik und Anglistik studiert, war wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Sprachatlas und Lehrbeauftragter an der Universität Zürich. Bis zu seiner Pensionierung war er Redaktor bei Radio DRS 1 in der Abteilung Kultur. Christian Schmid musste als Kind häufig umziehen, sein Vater war Grenzwächter, und er lernte so viele Teile der Schweiz und ihre Mundarten kennen. Heute wohnt er zwar in Schaffhausen, spricht aber ein sehr gepflegtes, schönes Berndeutsch.
Viele der heute noch bekannten Redensarten entstammen der Handwerkerwelt, haben einen religiösen oder historischen Hintergrund. Jemand verwendete einen Ausdruck, der wurde von jemandem übernommen und breitete sich so weiter aus. «Gnue Heu dunde» kommt aus der bäuerlichen Welt, wo das Heu vom Heustock hinunter in die Tenne befördert wurde. «Das geit uf kei Chuehut» bezieht sich auf das Schreiben auf Pergament. Schlechtes Pergament war aus Kuhhaut, gutes Pergament aus Kälberhaut.

Christian Schmid verstand es auf sehr humorvolle Weise, viele dieser Redensarten zu erklären und erstaunte das Publikum mit seinem immensen Wissen, brauchte er doch für seinen Vortrag kein Manuskript und konnte jegliche Fragen aus dem Publikum beantworten. Quelle: Eusi Gmein - Eusi Schuel Nr. 2 / 2017