Immer den Horizont vor Augen – Eine Atlantiküberquerung mit dem Ruderboot Vortrag mit Gabi Schenkel

Text: Therese Studinger. Foto: Mirjam Strassburger

Mitte Januar fand der erste Vortrag des neuen Jahres in der Gemeindebibliothek statt, 2G und Maskenpflicht waren Bedingung. Das Publikum liess sich aber dadurch nicht abschrecken und erschien zahlreich, gespannt auf den Erlebnisbericht von Frau Schenkel. Die Talisker Whisky Atlantic Challenge ist ein Ruderwettbewerb, bei dem allein, zu zweit oder zu viert der Atlantik im Ruderboot überquert wird. Der Wettbewerb startet in La Gomera auf den Kanarischen Inseln und endet in English Harbour auf der Insel Antigua. Frau Schenkel wurde durch einen Zeitungsartikel auf dieses Rennen aufmerksam und entschloss sich als bisherige Nichtruderin daran teilzunehmen. Ein Jahr lang bereitete sie sich akribisch auf dieses Rennen vor: Fitness, Navigationskurse, Seerettung, tägliches Rudertraining, ein Monat leben auf dem Boot, Materialbeschaffung, Sponsorensuche – rückblickend empfand sie die Vorbereitung gar als anstrengender denn die Überquerung selber.

Am 12. Februar 2019 startete sie, und nach 74 Tagen, 23 Stunden und 56 Minuten erreichte sie das Ziel in Antigua, nach 5‘282 Ruderkilometern. Auf ihrem Boot, der Miss Universe, waren alle Sponsoren namentlich aufgeführt und den Rest der Sponsorengelder konnte sie für eine Meeresschutzorganisation spenden. Gabi Schenkel hatte die ersten zwei Wochen ihrer Fahrt mit Seekrankheit und einer starken Erkältung zu kämpfen, dank der Einnahme von Antibiotika kam sie wieder zu Kräften und gewöhnte sich an die Abläufe auf hoher See. Als grosse mentale Herausforderung erwiesen sich 75 Tage Alleinsein und die ständige Konzentration, ein kleiner Fehler allein auf hoher See kann den Tod bedeuten. Für Frau Schenkel werden aber die Freude am Erreichten, der Blick über das endlose Meer und der Nachthimmel ohne Lichtverschmutzung für immer in positiver Erinnerung bleiben. Sie hat das Erlebte als Verarbeitung aufgeschrieben, ihr Buch wird im Mai unter dem Titel «Solo auf See» erscheinen. Quelle: Eusi Gmein - Eusi Schuel Nr. 1 / März 2022